Der Begriff Informelles Lernen wird im beruflichen Weiterbildungskontext weitgehend ohne theoretische und empirische Fundierung verwendet. Ein empirisch-qualitativer Zugang soll zur Klärung des Konzeptes beitragen. Anhand von 27 Lernepisoden aus Interviews mit gewerblichen Mitarbeitern werden Informelle Lernprozesse phänomenologisch beschrieben und in Zusammenhang zu verschiedenen lernpsychologischen Konstrukten gesetzt. Kontrastive Vergleiche durch Konfigurationsfrequenzanalysen (KFA) zeigen, dass Informelle eher als Formale Lernhandlungen als selbstbestimmt und hoch selbstwirksam wahrgenommen werden, ein prospektives, kontinuierliches und eigendynamisches Lernen anstoßen, dem Erwerb von Überblicks- und Funktionswissen dienen, direkte Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben und eine geringe Transferproblematik aufweisen. Diese vorläufigen Befunde werden zu praktischen und theoretischen Implikationen zusammengeführt.
Übersetzter Titel:
Informal and formal learning of blue-collar workers: a qualitative approach to characterize and contrast operative learning processes
(Englisch)
Übersetzung des Abstracts:
Though widely used in advanced vocational training, the concept of informal learning is lacking a substantive theoretical and empirical background. An inductive empirical study was conducted to provide further insights. Based on 27 learning episodes from interviews with blue-color workers, informal learning processes are characterized and linked to various psychological constructs. Configural-frequency-analysis indicates that informal rather than formal learning is associated with self-determination and self-efficacy in learning, a prospective, continuous and self-driven learning-cycle, the acquirement of processing-knowledge, a direct impact on business success and fewer problems in learning transfer. Implications for future studies and practical experience are deduced from a theoretical framework.
(Englisch)
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